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Barrieren im NRW-Web -
und ihre Ursachen

(Stand März 2008)

1. Ungeeignete Formate

DAS Format des Internets ist HTML bzw. XHTML - ein reines Textformat. Tatsächlich war in der ersten Fassung noch nicht einmal die Möglichkeit vorgesehen, Bilder anzuzeigen; das Element <img> kam erst in der 2. Version dazu, <object> noch wesentlich später. Alles, was nicht HTML ist, kann auf Webseiten nur unter besonderen Bedingungen verwandt werden, und die wichtigste dieser Bedingungen ist die, daß der Informationsgehalt aller Dateien in Nicht-HTML-Formaten auf geeignete Weise zugänglich gemacht wird. Wo das versäumt wird, können die erstaunlichsten und in der Regel äußerst unerwünschten Effekte auftreten.

Bild als Text

Der häufigste Format-Fehler besteht darin, daß Textinformation in Bild-Formaten abgelegt wird, ohne die dazu erforderlichen Maßnahmen wie Alternativtexte zu treffen. Für alle, die keine Bilder sehen können - und das betrifft nicht nur Blinde - ist diese Information dann gar nicht vorhanden oder nur mit großem Aufwand erreichbar.
Besonders kritisch wird es, wenn davon nicht nur Einzelinformationen betroffen sind wie beim LZPD, sondern größere Inhaltsblöcke, die Navigation oder sogar ganze Seiten.

Essen gibt es nicht!

Die gesamte Eingangsseite der Stadt Essen ist als Image-Map gestaltet, ohne auch nur die geringsten Vorkehrungen zu treffen, um die Navigation für text-only-clients erreichbar zu machen. Die Folge: Wer diese Seite mit einem Text-only-client ansteuert, sieht oder hört überhaupt nichts. Er kommt gar nicht weiter.

Unsichtbare Navigation

Beim Theater Essen gibt es zwar Textelemente - aber die gesamte Navigation besteht aus Grafiken ohne Alttexte und ist damit für Besucher ohne Bilder nicht vorhanden.

Eine ganze Seite bei Wesel

Bei Wesel hat man zwar Zugang zur Navigation, aber einzelne Seiten enthalten Text als Bild. Für Text-only sind diese Seiten überhaupt nicht sichtbar; wer keine jungen Augen hat, kann sie zwar sehen, aber nicht vergrößern, und der abgeschnittene rechte Rand wird uns später noch einmal beschäftigen. Außerdem wird hier sichtbar, daß man Inhalte von Frames nicht bookmarken kann. Ich muß den Pfad notieren: Kultur/Kunstwettbewerb.

Persönlichkeitsverlust bei LZPD

Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste verwendet das Layout der Landespolizei - solche Demonstrationen von Corporate Identity sind im Prinzip sinnvoll, obwohl sie es unaufmerksamen Surfern manchmal erschweren, zu bemerken, daß sie von einer Behörde zu einer anderen weitergereicht worden sind. Deshalb ist es wichtig, solche Übergänge deutlich zu markieren. Optisch geschieht das hier auch einigermaßen ausreichend - aber ohne Bilder hat man nur das Kürzel L-Z-P-D, und das noch nicht einmal in allen Fällen, da wird es knapp.

Viele unzugängliche Organigramme

Die PDF-Organigramme sind immerhin skalierbar - aber zugänglich für Text-only-clients sind sie auch nicht.

Zum Abschluss dieses traurigen Kapitels über Text als Bild noch zwei Sonderfälle:

Versteckte Telephonnummer

Die Stadt Köln erschließt den Zugang zu ihrem Call-Center auf der Eingangsseite durch ein Minibanner. Das ist prinzipiell eine gute Idee, auch wenn die Platzierung nicht optimal ist. Ganz und gar böse ist es, dieses Minibanner als reine Grafik auszuführen, so daß es z.B. für Benutzer von Screenreadern überhaupt nicht vorhanden ist.

Geheime Adresse

Das Ausbildungszentrum der Justiz NRW hat eine eigene Seite unter Justiz-Online, die zwar auf den ersten Anschein alle erforderlichen Angaben enthält, um mit dem Zentrum in Verbindung zu treten. Allerdings besteht die ganze Seite aus einer Grafik - wer überhaupt keine Bilder wahrnehmen kann, sieht gar nichts, wer schlecht sehen kann, kann den Text nicht vergrößern.

Office&Co

Immer wieder begegnet man auf Webseiten Dokumenten, die einfach in dem Format ins Netz gestellt orden sind, in dem sie dem Redakteur auf den Schreibtisch geflattert sind. In diesem Fall hängt die Zugänglichkeit einmal davon ab, ob das Dokument überhaupt unter Beachtung der Vorgaben für Barrierefreiheit gestaltet worden ist. Bei Word wäre das durchaus möglich - bei Excel und Powerpoint ist das eher schwierig bis gang unmöglich.

Zweite Voraussetzung ist, daß der Besucher überhaupt in der Lage ist, technisch mit dem Format umzugehen - schließlich hat lange nicht jeder die Office-Suite installiert, und Anwender anderer Betriebssysteme wie Mac oder Linux haben oft unüberwindliche technische Probleme mit diesen Formaten.

Gelegentlich verfallen Anbieter auf die Idee, dieses Problem dadurch zu umgehen, daß sie ihr word.doc oder presentation.ppt nach pdf exportieren. Weil pdf auf allen Plattformen zur Verfügung steht, lassen sich damit in der Tat die technischen Probleme überwinden - für die Barrierefreiheit ist damit zunächst jedoch noch nichts gewonnen.

doc

Vielfach werden ganze Dokumentensammlungen als word.doc ins Netz gestellt - etwa hier bei einem Bildungs- und Gesundheitsangebot des Opus-Netzwerkes, das unter der Verantwortung des Bildungsministeriums erstellt worden ist. Das Ergebnis entspricht in gar keiner Weise den Anforderungen der Barrierefreiheit.

xls

Das gleiche kann man natürlich auch mit Excel machen - hier demonstriert vom Landesverband NRW der Betriebskrankenkassen. Der bietet gleich eine umfangreiche Dokumentensammlung in Word- und Excel an. Zugänglichkeit: Komplette Fehlanzeige. Solche unkommentierten Dokumentenzusammenstellungen werfen nicht nur für behinderte Besucher enorme Proble auf. Öffentlichkeitsarbeit bedeutet mehr, als einfach einen Aktenschrank ins Netz zu stellen.

ppt

Nicht nur für behinderte Anwender bildet dieser Dialog eine unüberspringbare Hürde. Selbst das Schulministerium bietet solche Materialien an.

flash

Eine Sonderrolle kommt dem Flash-Format zu. Hier ein typisches Beispiel - für Text-only-clients bleibt die Anzeige komplett leer. Auch Tastatur-Benutzer kommen nicht weit. Allerdings hat der Eigentümer des Formats in den letzten Jahren unter dem Druck der amerikanischen Gesetzgebung zur Barrierefreiheit enorme Anstrenungen unternommen, um das Format zugänglich zu gestalten. Dem Vernehmen nach ist es inzwischen technisch möglich, alle in Flash-Animationen enthaltenen Textelemente so zu markieren, daß sie an Screenreader und ähnliche Hilfsmittel weitergegeben werden kann. Allerdings werden diese Möglichkeiten bis jetzt von den Flash-Entwicklern komplett ignoriert. Ich habe bisher noch keine Site gesehen, auf der Flashelemente in barrierefreier Form eingesetzt worden wären. Insofern gehört Flash bis jetzt für alle praktischen Zwecke in die Kategorie "Bild als Text". In der Verwaltung wird Flash eher selten eingesetzt - sieht man einmal vom kritischen Bereich des eLearning ab.

Zum Selbermachen ist Flash-Accessibility sicher nicht geeignet. Wo Flash unbedingt eingesetzt werden soll, muß der Dienstleister vertraglich verpflichtet werden, die Accessibility-Werkzeuge von Flash zu nutzen, um die Zugänglichkeit zu gewährleisten.

pdf

Im Prinzip ist es nicht mehr zulässig, pdf unter der Überschrift "ungeeignete Formate" abzuhandeln. Noch mehr als bei Flash hat der Hersteller - es ist der gleiche - in den letzten Jahren viel dafür getan, das Format zugänglich zu machen, und er ist damit auch gut vorangekommen. Theoretisch ist es möglich, Dokumente im pdf-Format fast ebenso zugänglich zu gestalten wie im Web-Format HTML. Praktisch werden diese Möglichkeiten allerding so gut wie nie genutzt. Und im Unterschied zu Flash, wo jeder weiß oder zu wissen glaubt, daß man das auf Behördenseiten besser nicht einsetzt, haben die Verwaltungen das Netz in den letzten Jahren mit pdf geradezu geflutet - und zwar mit PDFs, die fast ausnahmslos unzugänglich sind. Halbwegs brauchbare sind die große Ausnahme.

Hier ein paar Beispiele zum Haareausraufen. Die Landesmedienanstalt NRW hat fast alle ihre Inhalte in kaum geordneten Aktenschränken als PDF im Netz - und manchmal sehen die dann so aus wie dieser Flyer, dessen automatisch erzeugte Tags völlig unbrauchbar sind. Unzugänglich sind auch die meisten Publikationen der Landesregierung, die vielfach rein auf die optische Präsentation abgestellt sind. Aber auch optisch weniger anspruchsvolle kommen ohne jede auswertbare Struktur.

Immer wieder verursacht der Aufruf von pdf bei mir lange Wartezeiten oder sogar einen kompletten Browserabsturz, so daß ich wie viele andere Anwender die Konsequenz gezogen habe, PDF nur dann aufzurufen, wenn es unbedingt erforderlich ist.

2. Semantik-Fehler

Voraussetzung dafür, Dokumente in beliebigen Formaten - also in HTML ebenso wie bei doc oder pdf - zugänglich zu gestalten, ist eine semantisch einigermaßen korrekte Struktur. Leider sind solche Strukturen im eigentlichen Informationsteil der Seiten immer noch eher die Ausnahme, während der vom Dienstleister entwickelte und von einem CMS ausgelieferte Seitenrahmen in dieser Hinsicht oft deutlich besser gestaltet ist.

Struktur fehlt ganz

Ein prächtiges Beispiel bietet die Seite der Arbeitsgemeinschaft der Hauptschwerbehindertenvertretungen und Schwerbehindertenvertretungen der obersten Landesbehörden Nordrhein-Westfalen (AGSV NRW), wo in einem ausgiebig strukturierten Seitenrahmen der Text der Satzung völlig unstrukturiert angeboten wird. Auf dieser Seite des GGRZ fehlen sogar die Absätze - alles ein langer Schlauch. Bei juristischen Texten, die visuell stets reich gegliedert und meistens auch ziemlich lang sind, ist das Fehlen einer inhaltlichen Strukturierung natürlich besonders auffällig, aber leider eher der Normalfall. Ausgerechnet der NRW-Landesvorstand einer mir bislang völlig unbekannten "Piratenpartei" macht da eine erfreuliche Ausnahme.

Längere Texte oder umfangreichere Listen, die völlig ohne interne Struktur angeboten werden, müssen allgemein als unzugänglich gelten. Weitere Beispiele für eine nur optisch, nicht aber inhaltlich hinterlegte Struktur bieten:

Die Zahl der Beispiele ließe sich grenzenlos vermehren.

Struktur ist falsch oder irritierend

Genauso irritierend wie völlig fehlende Strukturierung kann es für den Anwender von Hilfsmittel sein, wenn Strukturelemente direkt falsch oder auch nur in unkonventioneller Weise eingesetzt werden. Ein interessantes Beispiel bietet das Theater an der Ruhr, das bei seinem Spielplan die Überschriftenelemente zu viel verwendet, die bei den Düsseldorfern ganz fehlen.

Beim Bundesamt für Wehrverwaltung ist ein längerer Text zur Beschreibung der Aufgaben dieser Behörde weitgehend unstrukturiert - nur die Angabe der Adresse ist merkwürdigerweise als Überschrift ausgezeichnet - und nicht mit dem dafür viel besser geeigneten, leider selten benutzten Element <address>. Abkürzungen werden hier zwar mit <abbr> markiert, aber es gibt weder das in diesem Fall einmal ausnahmsweise sinnvolle Title-Attribut noch eine optische Kennzeichnung, die ggf. als Hinweis auf ein Glossar verstanden werden könnte.

Einen Ansatz dazu, wie man es besser machen kann, zeigt das tendentiell als Überschriftenhierarchie angelegte HTML-Organigramm der Bezirksregierung Detmold, dessen Gebrauchswert leider durch eine leere h2 und die einebnende Verwendung von h3 etwas reduziert wird.

In die Kategorie der irritierenden Auszeichnungen gehört es auch, wenn ausgerechnet eine Linkliste auf den Seiten des Landwirtschaftsministeriums keinen Gebrauch von Listen-Elementen macht und wie gewohnt die Überschriften falsch auszeichnet. Auch das Familienministerium hat was gegen Linklisten.

Falsche Strukturierung zerstört Zusammenhang

Die im folgenden genannten Probleme beziehen sich nicht auf die Struktur einer einzelnen Seite, sondern auf den größeren Strukturzusammenhang, der mehrer Seiten überspannt. Man könnte diese Problematik auch unter dem Stichwort "Architektur" abhandeln, aber dann müßte man noch weiter ausgreifen, als im Rahmen dieser Barrierenliste sinnvoll ist.

Was gemeint ist, wird schnell deutlich beim Blick auf diese Seite aus dem Gebietsrechenzentrum: Ein relativ kurzer Text (2,5 k) wird hier ohne Not auf 5 Seiten verteilt. Der Leser muß sich doppelt durch die langen Linktexte bzw. Einzelüberschriften quälen, und der von der BITV verlangte Gesamtausdruck einheitlicher Dokumente ist auch nicht möglich.

Ein verwandtes Problem begegnet uns auf dieser Seite bei den Zentralen Polizeilichen Diensten:

Der Menupunkt führt zu nichts anderem als zu einem Link mit der Aufforderung, doch bitteschön weiter zu klicken. Für Sehende ist das kein Problem, für Hörende kann das je nach Umfeld eine kaum zu bewältigende Barriere darstellen: Der Minimal-Content wird leicht überhört.

Soviel zur Semantik - d. h. der unvollständigen oder unkorrekten Verwendung sinnvoller HTML-Elemente. Es gibt jedoch auch HTML-Elemente, die man am besten gar nicht einsetzt - zwei davon werden im Folgenden kurz vorgeführt

3. Veraltete HTML-Techniken

Neben den sog. "deprecated Elements", die aber aus der Perspektive der Zugänglichkeit (obwohl sie nach WCAG unzulässig sind) keine so große Rolle spielen, sind hier insbesondere zwei Dinge anzuführen: Frames und Layout-Tabellen. Da beide Techniken absolut überholt sind und auf allen möglichen schwarzen Listen stehen, kann ich mich bei der Darstellung ihrer Nachteile auf einige wenige Beispiele beschränkenDabei versteht sich natürlich von selbst, daß Tabellen für die Präsentation tabellarischer Daten nach wie vor das geeignete und sinnvolle Mittel darstellen.

Frames

Wie die Fangs-Ansicht dieser Seite aus dem Auftritt des Theaters Essen zeigt, können Frames in Non-Text-Clients außerordentlich verwirrend erscheinen. In der Verbindung mit Tables, die man hier in Wuppertal bewundern kann, entstehen absolut labyrinthische Verhältnisse, die kein behinderter Normal-User bewältigen kann. Frames haben aber auch für sehende User große Nachteile - der größte ist vielleicht der, daß man im Frame erscheinende Inhalte nicht bookmarken kann.

Tabellenlayout

Das häufigste Problem des Tabellenlayouts besteht darin, daß Tabellen bei der linearisierten Wiedergabe oft ganz anders dargestellt werden, als sich das der Seitenautor gedacht hat - hier ein schönes Beispiel vom Geologischen Dienst NRW. Normalerweise merkt man das als Benutzer linearisierender Technik und weiß dann, daß man mit den Daten nichts gescheites anfangen kann. Unter bestimmten Umständen kann falsche Linearisierung jedoch zu außerordentlich verwirrenden Effekten führen - hier zu sehen noch einmal an unserem Theaterspielplan.In diesem Fall werden allerdings keine Anwender Assisitiver Technologie getäuscht - der Screenreader konnte bei meinen Tests auf dieser Seite überhaupt keine Inhalte ausmachen. Aber die Anwender von Pocket PCs bekommen ein so perfektes falsches Bild, daß sie gar nicht merken, wie sie in die Irre geführt werden.

Das letzte Beispiel kommt wieder von der Seite der Zentralen Polizeilichen Dienste. Da trifft ein flexibles Seitenlayout auf einen in einer Tabelle mit fester Breitenangabe abgelegten Inhalt - und schon haben wir den schönsten Ärger. Zumindest bei Monitoren mit der Breite von 1024 Pixeln - und das ist immer noch das bei weitem meistverwandte Format in Deutschland. Auch sonst stimmt hier so einiges nicht. Der Redakteuer hat zwar richtig gesehen, daß der Inhalt die Form einer Liste hat - aber beim Versuch, das in eine Tabelle zu packen, hat er für jede Zelle eine Miniliste mit je einem Punkt angelegt - so etwas hört sich absolut verboten an. Immerhin haben Screenreader-User hier auch einen Vorteil: Sie bekommen auch den Inhalt zu hören, den der sehende Besucher vor seinem kleinen Monitor nicht erreichen kann.

4. Unbedachtheiten

weiterlesen

Dieser Fehler tritt bei fast allen Behörden in NRW auf - und er ist geeignet, Benutzern von Screenreadern den Zugang zu den auf der Seite angelinkten Inhalt praktisch unmöglich zu machen. Ungerechterweise kann ich hier nur einige wenige Beispiele zeigen:

Diese "Weiterlesen"-Links sind nach BITV 13.1 ganz klar unzulässig. Seitdem die populären Link-Checker wie "Bobby" bzw. "Cynthia Says" ihren Dienst entweder ganz eingestellt oder stark reduziert haben, wird dieser gravierende Fehler bei den üblichen Schnellchecks leider nicht mehr angezeigt.

versteckter Focus

Absichtlich oder aus Versehen versteckter Focus auf den aktivierbaren Links macht die Seiten für Anwender, die keine Maus benutzen können, vollständig unbrauchbar. Versehentlich versteckter Focus ist nicht auf allen Bildschirmen/Auflösungen gleich perfekt versteckt - was natürlich dem nicht hilft, der gerade eine Konfiguration mit hoher Tarnwirkung betreibt. Da hilft nur offensives Markieren, um alle Fälle abzudecken. Prinzipiell kann man sagen, daß unter den Menschen, die Tastaturersatzgeräte benötigen, sehr viele Mehrfachbehinderte sind, die auch nicht gut sehen können. Von daher erscheint der vom Betriebssystem gebotene punktierte Rahmen allein in jedem Fall unzureichend.

unzureichende Kontraste/Farbdifferenzen

Suboptimale Farbkontraste kommen sehr oft vor - die exakte Einhaltung der Vorgaben kann für Designer ein echtes Ärgernis bedeuten. Deshalb sollte man bei den Zahlenwerten eine Toleranzmarge gewähren. Aber was zuwenig ist, ist zuwenig.

nicht vergrößerbare Schrift

Obwohl die Browsertechnik ständig mehr Inhalte skalieren kann, finden die Seitenbauer immer neue Wege, die Skalierung und die manchmal auch für Normalsichtige unentbehrliche Schriftvergrößerung zu unterbinden. Dann handelt es sich oft nicht um ein Design-, sondern um ein Redaktionsproblem.

unbrauchbare Suchergebnisse

Das ist eines der haarigsten Probleme. Da die Navigationsmechanismen wegen Schwächen in der Info-Architektur immer schwerer zielführend zu bedienen sind, suchen viele Besucher - Behinderte ebenso wie Nichtbehinderte - ihr Heil bei den internen Suchmaschinen. Deren Ergebnislisten sind aber in vielen Fällen für Normalbesucher schwer und für Behinderte gar nicht nutzbar.

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